Tür an Tür: Neue Nachbarschaftshilfe bringt Menschen zusammen

Hilfe beim Getränkeeinkauf. Foto: Symbolfoto/Grösch.
Hilfe beim Getränkeeinkauf. Foto: Symbolfoto/Grösch.
Werbung

Stelle. Ein Hund, der nach einer Operation ausgeführt werden muss. Eine Getränkekiste, die für ältere Nachbarn zu schwer ist. Zwei Stunden Kinderbetreuung, weil der Alltag über den Kopf wächst. Es sind kleine Handgriffe, die im täglichen Leben eine große Wirkung entfalten können. Genau hier setzt das Projekt „Tür an Tür“ an – eine Nachbarschaftshilfe, die Menschen unkompliziert zusammenbringt: diejenigen, die Unterstützung brauchen, und diejenigen, die sie geben möchten.

Werbung
Bike Park Anzeige - Klicken um die Webseite zu besuchen

Seit Kurzem gibt es dafür zwei neue Ansprechpartnerinnen. Frauke Steiner betreut die Kirchengemeinden Stelle, Ashausen und Fliegenberg, Sissy Wolter ist für Ramelsloh und Ohlendorf zuständig. Beide bringen unterschiedliche Erfahrungen mit, vereint aber der Wunsch, Menschen im Alltag näher zueinander zu bringen.

Werbung

Steiner hat erst vor einem Jahr in Stelle Wurzeln geschlagen. Ursprünglich stammt sie aus Hessen, studierte Erziehungswissenschaften und war im sozialen Bereich in Hamburg tätig. Heute ist sie selbstständig als Coach für Persönlichkeitsentwicklung, freie Redner und Sängerin. Als sie im Gemeindebrief von der offenen Stelle für „Tür an Tür“ las, sah sie darin eine gute Möglichkeit, schnell in der Region anzukommen und sich sinnvoll einzubringen.

+++ Melde dich jetzt für unseren WhatsApp-Newsticker an und erhalte die wichtigsten Nachrichten direkt auf dein Handy! – Hier klicken und abonnieren +++

Wolter lebt seit zehn Jahren in Ramelsloh, gebürtig kommt sie aus Thüringen. Über Umwege lernte sie das Projekt kennen – und war schnell überzeugt. „Zu zweit macht das einfach mehr Spaß. Wir treffen uns jede Woche, tauschen uns aus und merken, wie viel Freude dieses Projekt auch uns selbst schenkt“, sagt Wolter.

Das Projekt vermittelt keine Pflegeleistungen, sondern alltägliche Hilfen: vom Einkaufen über Begleitung zum Arzt bis hin zu einem gemeinsamen Kaffee gegen die Einsamkeit. Das Angebot richtet sich an alle Einwohner der fünf beteiligten Gemeinden. Auch junge Familien profitieren, etwa nach der Geburt eines Kindes, wenn vorübergehend Hilfe beim Einkaufen oder bei Fahrten gebraucht wird.

Aktuell engagieren sich rund zehn bis fünfzehn Ehrenamtliche, die zwischen fünfzig und sechzig Jahre alt sind. Ihr Einsatz reicht vom Fahren kurzer Strecken über Einkäufe bis hin zu spontanen Hilfen per Nachricht in einer WhatsApp-Gruppe. Die Organisation des Projekts läuft in erster Linie über diese Gruppen – künftig sollen die Helfer aus Stelle und Ramelsloh stärker miteinander vernetzt werden, um ein noch breiteres Unterstützungsnetzwerk aufzubauen.

Vor jedem Einsatz findet ein persönliches Gespräch statt – sowohl mit den Menschen, die Hilfe suchen, als auch mit den potenziellen Unterstützern. So entsteht Vertrauen auf beiden Seiten. Um helfen zu können, braucht es kein besonderes Vorwissen.

Viele der Beteiligten berichten, dass sie durch ihr Engagement selbst wieder stärker ins Dorfleben eingebunden wurden. Es gibt sogar Fälle, in denen frühere Helfer später selbst Hilfe angenommen haben – ein Zeichen dafür, wie flexibel und menschlich das System funktioniert.

Ziel ist es, das Projekt weiter wachsen zu lassen. Sichtbarkeit ist dabei ein wichtiger Faktor. Neben Auftritten bei Dorffesten soll es bald ein gemeinsames „Tür an Tür“-T-Shirt geben und eine eigene Internetseite ist in Planung.

Wer das Projekt näher kennenlernen möchte, ist am Sonntag, 14. September, um 10 Uhr in der Steller Kirche eingeladen. Dort findet ein regionaler Gottesdienst zum Diakonie-Sonntag statt, bei dem „Tür an Tür“ besonders vorgestellt wird.

Für Fragen stehen die beiden Ansprechpartner zur Verfügung: Frauke Steiner per E‑Mail an frauke.steiner@evlka.de oder beide gemeinsam unter tuer-an-tuer.elbe-seeve@evlka.de. (cg)

Werbung
Anzeige - Klicken um die Webseite zu besuchen