Stelle/Landkreis Harburg. Mit gerade einmal 27 Jahren hat André Fricke einen bemerkenswerten Schritt im deutschen Nachwuchsfußball gemacht. Das Kind aus dem Landkreis Harburg ist seit Januar U19-Co-Trainer beim VfL Wolfsburg – und feierte am Wochenende direkt einen Einstand nach Maß: Sieg gegen die U19 von Borussia Dortmund. Doch der Weg dorthin war alles andere als selbstverständlich – er ist geprägt von Leidenschaft, Bodenständigkeit und einer klaren Vision.
Seine fußballerische Heimat liegt beim TSV Eintracht Hittfeld. Dort begann nicht nur seine aktive Laufbahn – dort entdeckte er auch früh seine Leidenschaft für das Coaching.
Parallel zum eigenen Spiel engagierte sich Fricke bereits im Jugendbereich. Selbst in Phasen, in denen der Fokus eigentlich auf der eigenen Karriere lag, blieb die Trainerarbeit stets ein fester Bestandteil seines Alltags.

„Eigentlich dachte ich mir, als ich in der Corona-Zeit beim FC St. Pauli im NLZ raus bin, dass ich Trainer nur noch so nebenbei machen will“, blickt er zurück. Doch die Begeisterung für die Arbeit mit jungen Spielern ließ ihn nie los.
Spielerisch höher hinaus: TV Meckelfeld, Buchholz 08, ETV
Seine aktive Laufbahn führte ihn vom TV Meckelfeld – unter anderem in der A‑Jugend Niedersachsenliga – in den Herrenbereich, wo er den Verein in Landesligazeiten erfolgreich vertrat. Der nächste Schritt folgte in die Oberliga Hamburg zum TSV Buchholz 08, ehe er zuletzt beim Eimsbütteler TV spielte.
Gerade beim ETV – dicht dran am leistungsorientierten Fußball – begann es wieder zu kribbeln. Bereits ein halbes Jahr vor seinem Wechsel als Spieler war er dort in der U18 als Trainer tätig, gemeinsam mit seinem kleinen Bruder als Spieler.
„Da fing das Überlegen an, vielleicht doch wieder in ein NLZ zu gehen.“
Der große Schritt: Nachwuchsleistungszentrum Wolfsburg.
Nach ersten Gesprächen mit Verantwortlichen aus Wolfsburg war für Fricke schnell klar: Diese Chance ist außergewöhnlich.
Seit Januar ist er nun Co-Trainer der U19 des VfL Wolfsburg – ein gewaltiger Schritt in die A‑Jugend Bundesliga.
Sein Alltag ist geprägt von maximaler Professionalität und voller Hingabe. Zu Wochenbeginn wird das vergangene Spiel detailliert analysiert, jeden Tag stehen intensive Trainingseinheiten auf dem Programm und gegen Ende der Woche richtet sich der komplette Fokus auf die Vorbereitung des kommenden Spieltags.
„Wir sind morgens bis abends an der Akademie und denken nur Fußball“, sagt er mit einem Lächeln.
Der erfolgreiche Einstand gegen die U19 von Borussia Dortmund unterstreicht: Fricke ist angekommen auf diesem Niveau.
Bodenständig geblieben
Trotz des neuen Kapitels bleibt der 27-Jährige seiner Heimat eng verbunden. Zeit zum eigenen Kicken ist rar – doch für eine besondere Konstellation macht er Platz im Kalender.
Beim BFC spielen aktuell auch seine Brüder Jan und Janik. Drei Brüder gemeinsam auf dem Platz – dazu ehemalige Schützlinge aus Hittfeld und bekannte Gesichter. Das ist eine einmalige Möglichkeit in dieser Phase. An freien Tagen steht er deshalb gerne selbst noch auf dem Rasen und genießt diese besonderen Momente.
Mehr als nur ein Karriereschritt
André Frickes Geschichte ist mehr als nur ein sportlicher Aufstieg. Sie zeigt, wie aus Leidenschaft Berufung werden kann. Vom Jugendtrainer in Hittfeld über ambitionierte Stationen im Hamburger Amateur- und Oberligafußball bis hinein in die Bundesliga-Nachwuchsarbeit.
Mit B+Lizenz, klarer Spielidee und einem feinen Gespür für junge Talente hat er sich diesen Schritt verdient.Und eines scheint sicher: Der Weg von Andre Lars Fricke ist noch lange nicht zu Ende. (lafu)
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