Naturbad-Sanierung nach Brand zieht sich bis 2027 hin

Der Brandschaden im Naturbad in Winsen (Luhe). Foto: Stadt Winsen (Luhe)
Der Brandschaden im Naturbad in Winsen (Luhe). Foto: Stadt Winsen (Luhe)
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Stelle/Winsen (Luhe). Die Sanierung des Naturbadgebäudes nach dem Schwelbrand im vergangenen Jahr wird sich noch bis zur Badesaison 2027 hinziehen. Darüber informierte die Verwaltung am Donnerstag, 12. März, im Verwaltungsausschuss. Ein Abschluss sämtlicher Arbeiten in diesem Jahr sei nicht realistisch.

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Zwei unabhängige Gutachten kamen übereinstimmend zu dem Ergebnis, dass eine Heizpatrone in einem Pufferspeicher den Schwelbrand am 29. März 2025 ausgelöst hat. Die städtische Gebäudeversicherung hatte nach monatelanger Auseinandersetzung eine Regulierung des Schadens abgelehnt. Der Grund: Es fehlte die förmliche Abnahme der erbrachten Bauleistungen.

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Die Stadt hält sich nun an die baubeteiligten Unternehmen. Sie sind aufgefordert, ihre Verpflichtungen zur Herstellung des Bauwerkes zu erfüllen. Die dadurch verursachten Schäden macht die Stadt gegenüber den mutmaßlich für den Ausbruch des Schwelbrandes verantwortlichen Unternehmen geltend.

Die Brandschadenssanierung plant und koordiniert das Unternehmen BELFOR Deutschland. Die Fachfirma erfasst alle Schäden, dokumentiert sie und erarbeitet einen Sanierungsplan. Geklärt werden muss insbesondere, inwieweit eine besondere Reinigung beschädigter Bauteile deren Rückbau, Entsorgung und Neubau ersetzen kann. Genügt eine Reinigung, sind begleitende Untersuchungen durch ein chemisches Labor für die Unbedenklichkeitsbescheinigung des Gesundheitsamtes nötig.

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Lüftungsanlage bereitet Probleme

Eine besondere Herausforderung stellt die Lüftungsanlage auf dem Zwischendach dar. Ihre Leitungen verlaufen durch sämtliche Räume. Die Deckenkonstruktion oberhalb des betroffenen Pufferspeichers weist erhebliche thermische Beschädigungen auf. Für die Sanierungsarbeiten muss eine neue statische Berechnung angefertigt werden.

Die Ausführung der Arbeiten am Gebäude bei laufendem Badbetrieb ab Anfang Mai ist mit zusätzlichen Aufwendungen verbunden. Die gesamten Kosten der Sanierung lassen sich verbindlich erst prognostizieren, wenn bestimmte Bauteile geöffnet und größere Einbauten entfernt worden sind. Mit dem Doppelhaushalt 2026/27 ist Vorsorge dafür getroffen worden.

An die aufwändige Sanierung schließen sich die noch nicht fertiggestellten Bauarbeiten gemäß der ursprünglichen Ausführungsplanung an. Selbst bei großer Kooperationsbereitschaft und hoher Flexibilität der Unternehmen sind dafür noch einige Monate nötig. Mit der Eröffnung der Badesaison 2027 soll das sanierte und komplett fertiggestellte Gebäude den Besuchern zur Verfügung stehen.

In der Saison 2026 wird die Versorgung der Badegäste über einen Food-Truck mit einem breiten Getränke‑, Imbiss- und Eis-Angebot sichergestellt. Ein moderner Toiletten-Container und eine separate barrierefreie Toilette stehen dann ebenfalls wieder auf dem Gelände.

Die Verzögerung der Inbetriebnahme um zwei Jahre erklärt sich durch die langwierige Auseinandersetzung mit der städtischen Gebäudeversicherung, durch die Beteiligung zahlreicher Bauunternehmen und Handwerker sowie durch die Einbindung spezialisierter Brandsanierer. Die Stadt ist fest entschlossen, einen Schadensverursacher für den Brandschaden aufkommen zu lassen und auf keinen Fall den Steuerzahler zu belasten, heißt es aus Winsen. (dh)

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