
Stelle/Winsen (Luhe). Brägenplietschmaschine statt Künstliche Intelligenz, Klönhöök statt Plattform. Was auf den ersten Blick wie sprachliche Spielerei wirkt, ist ein ernsthaftes Projekt für mehr digitale Teilhabe. Am Montag, 5. Oktober, stellt Henning Lühr im Museum im Marstall das neue Buch vor.
Von 18 bis 19.30 Uhr präsentiert einer der Autoren das Werk mit dem Titel „Digitalisierung und KI – Lexikon in verständlicher Sprache und op Platt”. Lühr berichtet, wie aus der Idee eines plattdeutschen KI- und Digitalisierungslexikons ein gemeinsames Buchprojekt wurde. Die ungewöhnlichen Begriffe laden zum Schmunzeln ein, doch dahinter steckt ein wichtiges Anliegen.
Die Autoren stellen eine zentrale Frage: Wie kann die Kommunikation über Digitalisierung und Künstliche Intelligenz zwischen unterschiedlichen gesellschaftlichen Gruppen besser gelingen? Es geht um Technikbegeisterte und souveräne Anwender auf der einen Seite, um Menschen im digitalen Wandel der Arbeitswelt auf der anderen und um jene, die bewusst offline bleiben möchten.
Aufgewachsen mit Plattdeutsch
„Brückenbauen durch Kommunikation – dafür brauchen wir eine verständliche Sprache. Eine Sprache, die auch Minderheiten digitale Teilhabe ermöglicht”, sagt Lühr, Initiator des Projekts. Er ist auf einem Bauernhof in Roydorf aufgewachsen, wo die Alltagssprache Platt war. Diese Verwurzelung in der plattdeutschen Tradition verbindet er nun mit der digitalen Gegenwart.
Das Autorenteam um Reinhard Golz, Kristina Lemmer, Manfred Schloesser und Lühr hat das Lexikon gemeinsam verfasst und illustriert. Ziel ist es, der wissenschaftlichen und sozialpolitischen Debatte über digitale Teilhabe neue Impulse zu geben. Das Werk umfasst rund 500 Begriffe auf 204 Seiten und ist durch zahlreiche Illustrationen ergänzt.
Mehr als ein Nachschlagewerk
Erschienen ist das Buch im Kellner Verlag in Bremen und für 18 Euro im Buchhandel erhältlich. Es lädt nicht nur zum Nachschlagen ein, sondern auch dazu, über Sprache, Digitalisierung und gesellschaftliche Teilhabe ins Gespräch zu kommen. Die Autoren wollen zeigen, dass komplexe technische Themen in verständlicher Sprache vermittelt werden können.
Lühr freut sich auf einen unterhaltsamen Abend, interessante Gespräche und eine anregende Diskussion über Plattdeutsch, Künstliche Intelligenz und die Frage, wie der digitale Wandel verständlich gemacht werden kann. Der Eintritt zu der Veranstaltung kostet fünf Euro für Erwachsene. Kinder bis 18 Jahre und Mitglieder des Heimat- und Museumsvereins haben freien Eintritt. (tj)







