Wegweiserin für Krebspatienten: Krankenhaus Winsen begrüßt neue Onkolotsin

Stefanie Dördrechter ist die zweite Onkolotsin in Niedersachsen und unterstützt Krebspatienten am Krankenhaus Winsen. Foto: Krankenhäuser Buchholz-Winsen
Stefanie Dördrechter ist die zweite Onkolotsin in Niedersachsen und unterstützt Krebspatienten am Krankenhaus Winsen. Foto: Krankenhäuser Buchholz-Winsen
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Stelle/Winsen (Luhe). Das Krankenhaus Winsen hat seit Anfang März eine wichtige neue Unterstützung für Krebspatienten: Stefanie Dördrechter übernimmt die Position der Onkolotsin und ist damit erst die zweite in ganz Niedersachsen. Wenn die Diagnose Krebs gestellt wird, gerät für Betroffene und Angehörige vieles durcheinander. Zwischen medizinischen Terminen und Therapieplänen bleiben persönliche Sorgen und bürokratische Fragen oft auf der Strecke.

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Dördrechter fungiert als Schnittstelle zwischen Psychoonkologie, Sozialdienst und onkologischer Fachpflege. Sie bündelt verschiedene Kompetenzen und vernetzt die beteiligten Berufsgruppen, um eine lückenlose Betreuung zu gewährleisten. Zu ihren Aufgaben gehören umfassende Beratung, Informationsbeschaffung über Hilfsangebote sowie konkrete Hilfe zur Selbsthilfe für Patienten und deren Angehörige.

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„Die Onkologie liegt mir persönlich sehr am Herzen”, sagt Dördrechter. Es sei ihr wichtig, den Menschen positiv zu begegnen und ihnen zu zeigen, dass es ein Netz gebe, das ihre Sorgen mittrage und das Gedankenkarussell etwas beruhige.

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Nur 350 Onkolotsen in ganz Deutschland

Besonders Patienten des Viszeralonkologischen Zentrums profitieren von dem neuen Angebot. Dördrechter begleitet sie vor, während und nach dem Klinikaufenthalt und kümmert sich gezielt um die Verbesserung der Lebensqualität. Sie fungiert als feste Ansprechperson für Sorgen, Ängste und ganz konkrete Alltagsprobleme.

Bundesweit gibt es nur etwa 350 zertifizierte Onkolotsen. Die fachliche Basis bildet eine umfassende Zusatzausbildung, die von der Sächsischen Krebsgesellschaft initiiert wurde. Dördrechter absolvierte Themenschwerpunkte wie Psychoonkologie, Kommunikation und Sozialrecht. Neben ihrer neuen Aufgabe arbeitet sie seit zehn Jahren als Study Nurse am Viszeralonkologischen Zentrum des Krankenhauses Winsen.

Obwohl die Leistungen eines Onkolotsen derzeit noch nicht über die Krankenkassen abrechenbar sind und für Kliniken ein freiwilliges Angebot darstellen, ist man in Winsen vom Mehrwert überzeugt. Chefarzt Dr. Holger Meisel, der das Viszeralonkologische Zentrum leitet, betont die Bedeutung: „Die medizinische Behandlung ist nur ein Teil der Heilung”, sagt Meisel. Mit der Einführung der Onkolotsin schließe man die Lücke zwischen Spitzenmedizin und individueller psychosozialer Begleitung, um Patienten in jeder Phase ihrer Erkrankung die bestmögliche Orientierung und Sicherheit zu geben. Für die Patienten bedeutet die neue Fachkraft vor allem eines: Zeit und ein offenes Ohr in einer Lebensphase, in der beides oft Mangelware ist. (dh)

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