Stelle/Ashausen. Wer derzeit die Bahnhofstraße in Ashausen entlanggeht, dem fällt das weiß-rote Flatterband auf. Es ist entlang des Mahnmals gegenüber der Kreuzung zum Büllhorner Weg gespannt. Seit Mittwoch, 4. März, laufen dort die Bauarbeiten zur Umgestaltung des früher als Kriegerdenkmal bezeichneten Platzes.
Der Bauhof der Gemeinde Stelle hat zunächst den maroden Plattenbelag entfernt. In den kommenden Tagen und Wochen folgen Tiefbauarbeiten. Dabei werden neue Platten verlegt und die Fläche begradigt. Das ursprüngliche Kriegerdenkmal stand auf der gegenüberliegenden Straßenseite. Es erinnerte an die im Ersten Weltkrieg gefallenen Soldaten. 1959 wurde das Denkmal in seiner heutigen Form an dem jetzigen Platz errichtet.
Im Dezember 2025 unterzeichneten die Gemeinde Stelle als Eigentümerin der Fläche und der Heimatverein Ashausen als Projektträger eine Kooperationsvereinbarung im Steller Rathaus. Die Vereinbarung regelt vor allem die Zuständigkeiten für Pflege und Instandhaltung nach der Fertigstellung.
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Mehrjähriger Diskussionsprozess
Das Konzept entstand in einem mehrjährigen moderierten Diskussionsprozess. Verschiedene Ashäuser Institutionen und Vereine beteiligten sich daran. Auch Mitglieder des Gemeinderates, engagierte Privatpersonen und die örtliche Kirchengemeinde wirkten mit. Die Ergebnisse einer Bürgerbefragung flossen ebenfalls in das Konzept ein.
Anlass war die wenig ansprechende Gestaltung des Denkmals. Daraus entstand die Idee, den Ort als Mahnmal stärker ins Bewusstsein zu rücken. Er soll zu einem Lern- und Bildungsort werden, insbesondere für junge Menschen. Im Mittelpunkt steht die Auseinandersetzung mit den gesellschaftlichen und politischen Folgen der beiden Weltkriege und mit der Bedeutung von Frieden und Menschlichkeit.
Zentraler Bestandteil wird die Skulptur von Ulf Petersen sein. Sie trägt den Titel „Versöhnung und Trauer”. Die ursprüngliche Mauer mit den Schriftzeichen „1914 bis 1918” und „1939 bis 1945” bleibt erhalten. Sie erinnert an die in den beiden Weltkriegen getöteten Soldaten. Auch der zentrale Felsstein mit dem Eisernen Kreuz bleibt bestehen. Ebenso der 1994 errichtete Felsstein mit der Aufschrift „Den Toten zum Gedenken, den Lebenden zur Mahnung” des Realverbandes Ashausen.
Auf mehreren Schrifttafeln werden Hintergrundinformationen zu den beiden Weltkriegen und zu aktuellen Krisenherden zu finden sein. Der neue Platz soll im Sommer fertig sein. Er wird im Rahmen einer festlichen Veranstaltung eingeweiht. (dh)








