
Stelle/Winsen (Luhe). Nach dem Angriff auf drei Erwachsene vor dem Amtsgericht Winsen am Dienstag gibt es neue Erkenntnisse: Auch der 14-jährige Sohn des Angreifers beteiligte sich an der Attacke auf die Gegner des vorherigen Gerichtsverfahrens. Gegen Vater und Sohn wurde ein Strafverfahren eingeleitet.
Der 42-jährige Mann und sein Sohn hatten sich nach dem Ende einer Gerichtsverhandlung gegen 10.55 Uhr vor dem Gebäude am Schloßplatz aufgehalten. Zu diesem Zeitpunkt passierten ein 26-jähriger Mann, dessen 59-jähriger Vater und die 36-jährige Ehefrau mit einem Kind den Bereich.
„Hierbei handelte sich offensichtlich um die Gegenseite der vorangegangenen Gerichtsverhandlung”, sagt Jan Krüger von der Polizei. Der 42-Jährige sei unvermittelt auf die drei Erwachsenen losgegangen. „Im Zuge der Auseinandersetzung soll sich auch der 14-jährige beteiligt haben”, sagt Krüger.
Vater war Zeuge in Strafverfahren
Nach Angaben von Simone Skibba, Direktorin des Amtsgerichts, war der Angreifer kein unmittelbarer Prozessbeteiligter, sondern Vater eines minderjährigen Zeugen in dem Strafverfahren. „In dem Strafverfahren ging es um den Vorwurf einer gefährlichen Körperverletzung zum Nachteil eines Minderjährigen”, sagt Skibba. Der Angreifer sei der Vater des geschädigten Minderjährigen.
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Die drei Angegriffenen erlitten leichte Verletzungen durch Schläge und Tritte. Sie kamen zur weiteren Untersuchung ins Krankenhaus. Das Kind, das bei der Gruppe war, blieb unverletzt.
Sicherheitspersonal griff rasch ein
Durch die Hilferufe der Geschädigten wurden die Wachtmeister des Amtsgerichts auf die Situation aufmerksam und eilten herbei. „Es gelang ihnen, den Vorfall rasch zu beenden und die Angreifer zu stellen”, sagt Skibba. Einem Angreifer legten die Wachtmeister zur Sicherung der Situation Handfesseln an.
Der Vorfall ereignete sich in einiger Entfernung zum Gerichtsgebäude auf der Zufahrt zum Winsener Schloss. „Der Vorfall hat sich nicht im Verhandlungssaal und auch nicht im Gerichtsgebäude abgespielt. Die Verhandlung verlief ruhig und geordnet und alle Beteiligten hatten das Gerichtsgebäude bereits verlassen”, sagt Skibba.
Keine Hinweise auf Konfliktpotenzial
Beim Amtsgericht Winsen besteht eine Einlasskontrolle. Soweit Hinweise auf Gefahrenlagen bestehen, gibt es besondere Sicherungsverfügungen mit Durchsuchungen, Trennung von Beteiligten und Anwesenheit des Sicherheitspersonals in den Verhandlungen.
Die Polizei leitete ein Strafverfahren gegen den 42-jährigen Mann und seinen Sohn wegen gefährlicher Körperverletzung ein. Vergleichbare Vorfälle habe es in den vergangenen Jahren am Amtsgericht Winsen nicht gegeben, sagt Skibba. (JOTO)
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