
Stelle/Winsen (Luhe). Ein kleiner Chihuahua namens Bella ist nach einem ungewöhnlichen Zwischenfall wieder bei seinem Besitzer in Winsen. Die fünfjährige Hündin war am Samstag, 7. Februar, aus dem Haus nahe des Bahnhofs Winsen entlaufen. Einen Tag später tauchte sie in Hamburg auf, und zwar auf dem Arm eines per Haftbefehl gesuchten Mannes.
Die Bundespolizei nahm den 58-Jährigen fest und brachte Bella in Sicherheit Der 47 Jahre alte Besitzer hatte seine Hündin bei der Polizei in Winsen als vermisst gemeldet. Bella hatte offenbar eine offen stehende Hauseingangstür genutzt und war weggelaufen. Die Suche blieb zunächst erfolglos.
Am Sonntag, 8. Februar, gegen 7.10 Uhr erkannten Bundespolizisten der Einsatzeinheit Einzeldienst im S‑Bahnhof Reeperbahn in Hamburg einen gesuchten Mann. Die Beamten waren im Rahmen der Zivilfahndung unterwegs. Bei der Überprüfung der Personalien stellte sich heraus, dass gegen den türkischen Staatsangehörigen ein Vollstreckungshaftbefehl vorlag. Der Mann muss noch eine Gesamtfreiheitsstrafe von einem Jahr und sechs Monaten verbüßen.
Er war wegen Inverkehrbringens von Falschgeld in Tateinheit mit Betrug, versuchten gewerbsmäßigen Betrugs, Diebstahls mit Waffen, Nötigung in Tateinheit mit Bedrohung sowie gewerbsmäßigen Diebstahls verurteilt worden. Bei der Festnahme trug er einen kleinen Hund auf dem Arm. Auf Nachfrage konnte er keinerlei Angaben zum Tier, zu dessen Herkunft und zu den Eigentumsverhältnissen machen.
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Besitzer aus Winsen reagiert erleichtert
Die Bundespolizisten übernahmen die zutrauliche Hündin und stellten sie sicher. Das Polizeikommissariat 15 der Landespolizei Hamburg brachte das Tier anschließend in das Tierheim Süderstraße. Zunächst konnten weder die genaue Rasse noch der Name ermittelt werden. Der Ermittlungsdienst der Bundespolizeiinspektion Hamburg recherchierte und stellte den rechtmäßigen Besitzer zweifelsfrei fest. Als die Ermittler bei dem Mann in Winsen anriefen, reagierte dieser sehr erleichtert. Er gab an, dass bei ihm neben Bella auch die Hündin Mascha lebe. Nicht nur er selbst, sondern auch Mascha habe Bella bereits sehr vermisst. Die zweite Hündin sei seit Bellas Verschwinden sehr traurig gewesen.
Am Dienstag, 10. Februar, konnte Bella im Beisein von Ermittlern der Bundespolizei aus dem Tierheim an den überglücklichen Besitzer übergeben werden. Eine Veterinärärztin überprüfte zuvor den gesundheitlichen Zustand der Kleinhaar-Chihuahua-Hündin. Sie bestätigte, dass Bella den Vorfall schadlos überstanden hat.
Wie der gesuchte Mann an Bella kam, ist unklar
Wie der Hund zu dem mit Haftbefehl gesuchten Mann gelangte, bleibt weiter Gegenstand der Ermittlungen. Weitere Erkenntnisse hierzu liegen nach derzeitigem Stand nicht vor. Gegen den Beschuldigten wird wegen des Verdachts der Unterschlagung ermittelt. Die Ermittlungen führt der Ermittlungsdienst der Bundespolizeiinspektion Hamburg.
Der 58-Jährige war nach der Festnahme dem Bundespolizeirevier Hamburg Altona zugeführt worden. Ein Amtsarzt bestätigte die Gewahrsamsfähigkeit. Nach Abschluss der bundespolizeilichen Maßnahmen wurde der Verurteilte in die Untersuchungshaftanstalt gebracht, wo er seine Reststrafe verbüßt. (dh)










