
Stelle/Landkreis Harburg. Schülerinnen und Schüler schreiben persönliche Briefe an ihre Großeltern, Bekannte und Verwandte, um sie vor Telefonbetrug zu schützen. Das ist die Idee hinter dem neuen Präventionsprojekt #webcoaches, das die Polizeiinspektion Harburg gemeinsam mit der Reso-Fabrik Jugendhilfeträger gGmbH umsetzt.
Nach wie vor fallen zu viele Seniorinnen und Senioren auf Betrugsmaschen am Telefon herein. Die Täterinnen und Täter geben sich als Enkel, falsche Polizeibeamte oder angebliche Mitarbeiter von Kreditinstituten aus. Die #webcoaches entwickeln den Ursprungsgedanken der Polizei Duisburg fort und setzen dort an, wo Prävention oft am wirksamsten ist: im direkten Austausch zwischen Menschen, die sich vertrauen.
Wie das konkret aussieht, zeigt ein Briefauszug aus dem Projekt. „Liebe Oma, lieber Opa, ich hab’ dich so gern und will, dass es dir gut geht. Ich schreibe dir diesen Brief, weil ich heute in der Schule gelernt habe, dass draußen leider Menschen unterwegs sind, die nicht so nett sind wie ich”, heißt es darin. „Sie geben sich als Polizisten, Handwerker oder Enkel aus und wollen nur eines: dein Geld und deine Wertsachen.”
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Vier konkrete Tipps für Seniorinnen
Die Jugendlichen vermitteln in ihren eigenen Worten, worauf ältere Menschen achten sollten. Bei unbekannten oder unterdrückten Rufnummern sollten sie nicht ans Telefon gehen. Außerdem sollten sie keine persönlichen Daten am Telefon weitergeben. Bei angeblichen Notfällen raten die jungen Autorinnen und Autoren zu Misstrauen. Im Zweifel sollten Familie oder Vertrauenspersonen einbezogen werden.
Damit die Idee möglichst viele Familien erreicht, wird das Projekt auch für Grundschulen geöffnet. Sie erhalten vorbereitete Briefvorlagen, die im Unterricht aufgegriffen und individuell gestaltet werden können. So setzen sich auch jüngere Kinder altersgerecht mit dem Thema auseinander und tragen die Botschaft in ihre Familien. Das Besondere daran: Die Botschaft kommt nicht von Institutionen, sondern aus der Familie selbst.
Jugendliche stärken ihre Medienkompetenz
Gleichzeitig profitieren auch die Jugendlichen von dem Projekt. In begleitenden Workshops, die durch das #webcoaches-Netzwerk organisiert werden, setzen sie sich mit Themen wie Fake News, Quellenbewertung und digitaler Manipulation auseinander. So werden sie nicht nur zu Botschafterinnen und Botschaftern für ihre Familien, sondern stärken auch ihre eigene Medienkompetenz.
Die #webcoaches stehen exemplarisch für die enge Zusammenarbeit in der Region. Schulen, Jugendhilfe und Polizei greifen ineinander und machen Prävention alltagsnah und nachhaltig. Der Ansatz: Jugendliche nicht nur informieren, sondern sie zu Beteiligten machen.
Weitere Informationen zum Projekt gibt es auf der Homepage der Reso-Fabrik Jugendhilfeträger gGmbH unter www.reso-fabrik.de. Dort stehen auch die Briefe zum Download bereit. Ansprechpartner der Polizeiinspektion Harburg ist der Beauftragte für Kriminalprävention, Kriminalhauptkommissar Carsten Bünger, telefonisch unter der Rufnummer 04181 285–108 oder per E‑Mail an carsten.buenger@polizei.niedersachsen.de.
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(dh)








