
Stelle/Fliegenberg. Nachdem am vergangenen Dienstag ein Wolf am Elbdeich in Fliegenberg entlang lief, meldet sich nun die Politik zu Wort. Die Bundestagsabgeordnete Dr. Cornell Babendererde (CDU) fordert schnelle rechtliche Anpassungen im Umgang mit Wölfen. Der stellvertretende Bürgermeister von Stelle, Jannik Stuhr, verweist auf die Nähe zu einem Kindergarten und die Bedeutung der Schafherden für die Deichpflege.
„Die Wolfssichtung am Elbdeich in Fliegenberg zeigt, dass wir es längst nicht mehr mit einem abstrakten Thema zu tun haben”, sagt Babendererde. Der Wolf sei im Landkreis Harburg angekommen und bewege sich zunehmend in unmittelbarer Nähe von Siedlungen und sensibler Infrastruktur.
Die Abgeordnete betont die besondere Rolle der Deiche. „Gerade unsere Deiche sind keine gewöhnlichen Flächen, sondern dienen dem Hochwasserschutz und werden hierfür von Weidetierhaltern bewirtschaftet”, sagt sie. Diese leisteten mit ihrer Arbeit einen wichtigen Beitrag für den Küstenschutz und die Landschaftspflege. Sie dürften mit den Herausforderungen durch den Wolf nicht allein gelassen werden.
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Babendererde fordert einen pragmatischen und rechtssicheren Umgang mit Problemwölfen. Das parlamentarische Verfahren zur Anpassung des Bundesnaturschutzrechts sei bereits gestartet worden. „Dieses Verfahren werden wir zügig und konsequent vorantreiben und die Bejagung des Wolfs, dort wo es erforderlich ist, ermöglichen”, sagt die Bundestagsabgeordnete.
Sorge um Kindergarten und Schafherden
Stuhr zeigt Verständnis für die Sorge vieler Anwohner. „Zum einen darf man die Nähe zum Kindergarten nicht vergessen, der nur einige hundert Meter entfernt liegt”, sagt er. Die Sicherheit der Kinder sei oberstes Gut. Zum anderen übernähmen die Schafherden im Sommer eine wichtige Funktion in der Deichpflege, für die der Wolf eine Gefahr darstelle.
Der stellvertretende Bürgermeister kann die geplante Aufnahme des Wolfs in das Jagdrecht nachvollziehen. Der Wolf sei hier wieder heimisch geworden. „Zum Artenschutz gehört aber auch, ihn genauso zu behandeln, wie andere Tierarten”, sagt Stuhr. (tj)










