SPD diskutiert Lösungen für angespannten Wohnungsmarkt in Winsen

Beim SPD-Bürgerdialog im Marstall in Winsen diskutierten Experten und Bürger über Lösungen für den angespannten Wohnungsmarkt. Von links: Christine Glawe, Philipp Meyn, Gordon Nelkner, Olaf Schulze, Svenja Stadler, Martin Natorp. Foto: Jonathan Erdbrink
Beim SPD-Bürgerdialog im Marstall in Winsen diskutierten Experten und Bürger über Lösungen für den angespannten Wohnungsmarkt. Von links: Christine Glawe, Philipp Meyn, Gordon Nelkner, Olaf Schulze, Svenja Stadler, Martin Natorp. Foto: Jonathan Erdbrink

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Stelle/Winsen (Luhe). Nur 0,2 Prozent der Wohnungen in Winsen stehen leer, gleichzeitig sind Wohnungen häufig erst ab rund 1.000 Euro verfügbar. Die angespannte Situation auf dem Wohnungsmarkt war zentrales Thema beim Bürgerdialog der SPD im Landkreis Harburg. Rund um Hamburg wächst der Druck, bezahlbaren Wohnraum zu schaffen.

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Transparenzhinweis

Am Samstag, 18. April, diskutierten Christine Glawe, SPD-Bürgermeisterkandidatin für Winsen, Philipp Meyn, Mitglied des Niedersächsischen Landtages, Gordon Nelkner, Baudezernent Bezirksamt Hamburg-Mitte, Olaf Schulze, Bürgermeister Geesthacht, sowie Architekt Martin Natorp aus dem Landkreis im Marstall in Winsen mit zahlreichen Bürgerinnen und Bürgern über Wege zu einer sozial ausgewogenen Wohnungspolitik.

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Ein zentrales Problem sind langwierige Planungs- und Genehmigungsverfahren. Für Bebauungspläne werden inzwischen häufig bis zu drei Jahre benötigt, begleitet von zahlreichen Gutachten mit teils mehreren hundert Seiten. Gleichzeitig steigen die Kosten deutlich. Allein die Erschließungskosten liegen heute bei rund 15.000 Euro, hinzu kommen Baunebenkosten von 70.000 bis 80.000 Euro pro Bauvorhaben.

Die Diskussion zeigte unterschiedliche Ansätze in den Bundesländern. In Niedersachsen sorgen Erleichterungen in der Bauordnung, beispielsweise beim Dachgeschossausbau oder durch digitale Antragsverfahren, für mehr Flexibilität. Hamburg setzt verstärkt auf verbindliche Quoten im geförderten Wohnungsbau von bis zu 35 Prozent. In Geesthacht wurden durch die kommunale Wohnungsbaugesellschaft in den vergangenen Jahren rund 400 Wohnungen mit einem Investitionsvolumen von etwa 50 Millionen Euro realisiert.

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Phase Null soll Genehmigungen beschleunigen

Als vielversprechender Ansatz wurde die sogenannte Phase Null hervorgehoben, die in Hamburg bei Bauvorhaben ab etwa 30 Wohneinheiten eingesetzt wird. Dabei stimmen sich Bauherren, Verwaltung und beteiligte Stellen wie Feuerwehr oder Versorgungsbetriebe frühzeitig ab, noch bevor ein Bauantrag gestellt wird. Erste Erfahrungen zeigen, dass sich Genehmigungszeiten so deutlich verkürzen lassen. Neben klassischen Bauträgermodellen wurden auch Baugemeinschaften diskutiert, bei denen sich mehrere Parteien zusammenschließen und gemeinsam planen und bauen.

Glawe verwies auf die besonders angespannte Situation in Winsen. Während weiterhin vor allem Einfamilienhäuser und Doppelhaushälften entstehen, fehlt es insbesondere an bezahlbaren Wohnungen für junge Menschen, Familien und Seniorinnen und Senioren. Sie machte deutlich, dass geförderter Wohnungsbau vor Ort bislang nur in geringem Umfang vorhanden ist und die kommunale Wohnungsbaugesellschaft hier allein nicht ausreicht, um den Bedarf zu decken. Glawe sprach sich deshalb klar für verbindliche Quoten im geförderten Wohnungsbau aus.

In Geesthacht ist bei neuen Bebauungsplänen ein Anteil von 25 Prozent für geförderten Wohnungsbau vorgesehen. Die Diskussion machte deutlich, dass Wohnen eng mit anderen Themen verknüpft ist. Infrastruktur, Fachkräftesicherung und regionale Entwicklung müssen gemeinsam gedacht werden. Steigende Kosten für Grundstücke, Bau und Erschließung sowie Fachkräftemangel im Handwerk verschärfen die Situation zusätzlich. Zugleich bleibt die Metropolregion rund um Hamburg ein wichtiger Wachstumsmotor, der den Druck auf den Wohnungsmarkt im Landkreis Harburg weiter erhöht.

Svenja Stadler, Vorsitzende des SPD-Unterbezirks Landkreis Harburg, betont: „Bezahlbares Wohnen entscheidet darüber, ob Menschen hier gut leben und arbeiten können. Wir sehen, dass viele gute Ansätze vorhanden sind, von schnelleren Verfahren bis hin zu neuen Wohnformen. Jetzt kommt es darauf an, diese konsequent weiterzuentwickeln und besser miteinander zu verzahnen.”

Entscheidend sei, dass stärker über kommunale und Landesgrenzen hinweg zusammengearbeitet wird und gute Ideen konsequent umgesetzt werden, sagt Stadler. Das Ziel sei eine Wohnungspolitik, die soziale Sicherheit, wirtschaftliche Entwicklung und Lebensqualität zusammenbringe.

Die Veranstaltung bot neben der Podiumsdiskussion viel Raum für Fragen und Austausch. Zahlreiche Bürgerinnen und Bürger brachten ihre Perspektiven ein und nutzten die Möglichkeit, Anregungen zu formulieren. Die Ergebnisse fließen in den weiteren Dialogprozess der SPD zur Kommunalwahl 2026 ein. (dh)

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