
Stelle/Winsen (Luhe). Die Qualitätsoffensive der Deutschen Bahn auf der Strecke Hamburg-Hannover ist notwendig, aber nicht ausreichend. Das machten Dr. Cornell Babendererde, CDU-Bundestagsabgeordnete für den Landkreis Harburg und Landrat Rainer Rempe nach einer Informationsveranstaltung am Sonntag, in der Stadthalle Winsen deutlich.
Beide fordern eine klare Perspektive für die Umsetzung des Alpha-E-Kompromisses. Von Mai bis Juli 2026 will die Deutsche Bahn auf einer der am stärksten belasteten Strecken Deutschlands arbeiten. Geplant sind Maßnahmen an Gleisen, Weichen, Stellwerken, Bahnhöfen sowie der Leit- und Sicherungstechnik. Ziel ist es, die Störanfälligkeit zu reduzieren und die Zuverlässigkeit kurzfristig zu verbessern. Bei der Veranstaltung stellten Mitarbeiter von Bahn, Metronom und LNVG das Projekt vor.
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Generalsanierung muss mit Kapazitätserweiterung verbunden werden
„Es ist richtig, dass die Deutsche Bahn mit der Qualitätsoffensive kurzfristige Verbesserungen anstrebt. Das ist notwendig und überfällig”, sagt Babendererde. Entscheidend sei aber, was danach komme. „Die angekündigte Generalsanierung in 2029 darf nicht isoliert betrachtet werden. Sie muss mit einer Kapazitätserweiterung verbunden sein”, sagt die Abgeordnete. Die Bestandteile des Alpha-E-Kompromisses bildeten hierfür die Grundlage.
Auch Rempe betont die Bedeutung für Pendler im Landkreis Harburg. „Wir brauchen eine zeitnahe Verbesserung der Schieneninfrastruktur für unsere Bürgerinnen und Bürger”, sagt der Landrat. Die Bahn müsse bei der Qualitätsoffensive und der Generalsanierung 2029 alle technischen Möglichkeiten zur Verbesserung ausschöpfen. „Wenn die Menschen hier über Monate hinweg Einschränkungen akzeptieren sollen, dann nur mit der klaren Perspektive, dass am Ende auch spürbare Verbesserungen entstehen”, sagt Rempe.
Beide kritisieren, dass bislang kein überzeugendes Gesamtkonzept vorliegt. Unklar sei, wie kurzfristige Maßnahmen, Generalsanierung und langfristige Kapazitätsfragen zusammengeführt werden sollen. „Wir brauchen schnell spürbare Verbesserungen im Nah- und Fernverkehr und eine verbindliche Zusage zur Umsetzung von Alpha E”, sagt Babendererde. Vage Zukunftsversprechen und Planungen, die Entlastungen erst nach 2050 in Aussicht stellten, seien nicht akzeptabel. „Vertrauen entsteht nur durch Verlässlichkeit”, sagt die Bundestagsabgeordnete. (dh)










