
Stelle/Landkreis Harburg. Die Rettungshundestaffel der Johanniter im Landkreis Harburg hat gleich doppelt Grund zur Freude: Mathilda und ihre Halterin Anja Lütchens haben die Prüfung für Mantrailer bestanden, während Stefanie Borchardt mit Angus die Prüfung für Flächensuchhunde gemeistert hat.
Das Besondere daran: Die beiden Border Collies sind Geschwister aus einem Wurf. Border Collie Mathilda arbeitet als Mantrailer, ein sogenannter Personensuchhund. Anders als andere Suchhunde folgt sie nicht allgemein menschlicher Witterung in einem bestimmten Gebiet, sondern konzentriert sich auf den Individualgeruch einer einzelnen Person. Dafür benötigt sie einen Geruchsträger der gesuchten Person, etwa ein Kleidungsstück. Vom letzten bekannten Aufenthaltsort der vermissten Person aus folgt Mathilda selbst winzigsten Geruchsspuren. Dabei lässt sie sich weder von Straßenverkehr noch von Gerüchen anderer Menschen oder Tieren ablenken.
Bei der Prüfung in Eberswalde in Brandenburg musste Mathilda anspruchsvolle Bedingungen meistern: Windböen von 50 Kilometern pro Stunde sorgten für Verwirbelungen des Geruchs. „Aber Mathilda hat das großartig gemeistert und mich zur vermissten Person geführt”, sagt Anja Lütchens, Leiterin der Rettungshundestaffel der Harburger Johanniter. Bevor Mathilda in den Einsatz gehen kann, fehlt noch die polizeiliche Überprüfung, die in Niedersachsen vorgeschrieben ist.
+++ Melde dich jetzt für unseren WhatsApp-Newsticker an und erhalte die wichtigsten Nachrichten direkt auf dein Handy! – Hier klicken und abonnieren +++
Mathildas Bruder Angus war in Wendisch-Evern in der Samtgemeinde Ostheide bei der Prüfung für Flächensuchhunde erfolgreich. Bei dieser Disziplin muss das Hund-Mensch-Team vermisste Personen in unübersichtlichem Gelände oder in dicht bewachsenen Wäldern aufspüren. Die feine Hundenase nimmt dabei menschliche Witterung auf.
Beeindruckende Leistung in kurzer Zeit
Ein Rettungshund-Team ersetzt bei der Suche etwa 40 bis 50 Helfende und kann in 15 Minuten bis zu 30.000 Quadratmeter absuchen. Für Angus und Halterin Stefanie Borchardt war es bereits eine Wiederholung: Das Team ist bereits zertifiziert, muss die Prüfung jedoch alle zwei Jahre wiederholen, um die Einsatzfähigkeit erneut unter Beweis zu stellen.
„Wir freuen uns, dass wir die Rezertifizierungsprüfung in Wendisch-Evern bestanden haben – Angus hat sehr gut gearbeitet”, sagt Stefanie Borchardt. Nach der bestandenen Prüfung haben sich die Border-Collie-Geschwister Mathilda und Angus eine besondere Belohnung verdient. Die Johanniter-Rettungshundestaffeln sind an 365 Tagen im Jahr rund um die Uhr einsatzbereit.
Die Ausbildung zum Rettungshund dauert rund zwei Jahre und wird mit der Rettungshundeprüfung auf Basis der Gemeinsamen Prüfungs- und Prüferordnung für Rettungshundeteams abgeschlossen. Nur zertifizierte Rettungshundeteams dürfen in den Einsatz gehen. (dh)








