
Stelle/Landkreis Harburg. Das Harburger Modell für eine flächendeckende Ladeinfrastruktur nimmt Fahrt auf. Nach einer europaweiten Ausschreibung erhielten drei Unternehmen den Zuschlag für den Bau und Betrieb von knapp 200 öffentlich zugänglichen E‑Tankstellen mit über 600 Ladepunkten im Landkreis Harburg. Die Gemeinde Stelle ist dabei Teil des ersten Ausbaugebiets.
Die Wirelane GmbH aus München wird in Stelle sowie den Samtgemeinden Elbmarsch und Salzhausen bis zu 62 Lade-Standorte mit rund 140 Ladepunkten errichten und betreiben. Dieses erste Los des Gemeinschaftsprojekts umfasst einen erheblichen Teil der geplanten Infrastruktur. Die Kreisverwaltung treibt das Projekt gemeinsam mit neun seiner zwölf Kommunen voran.
Rainer Rempe, Landrat des Landkreises Harburg, zeigt sich zufrieden mit der Vergabe. „Ich freue mich sehr, dass wir mit der Vergabe einen großen und wichtigen Schritt hin zu einer zukunftssicheren öffentlichen Ladeinfrastruktur machen”, sagt er. Mit dem Harburger Modell solle Elektromobilität für die Menschen im Landkreis Harburg alltagstauglich und attraktiv werden.
Die ersten E‑Säulen in Seevetal, Hanstedt und Jesteburg sollen bereits in diesem Jahr zum Stromtanken bereitstehen. Das flächendeckende Ladesäulennetz zwischen Elbe und Heide wollen die Investoren, die Kreisverwaltung und die beteiligten Kommunen bis 2030 realisieren. Der 1.248 Quadratkilometer große Landkreis mit über 265.000 Einwohnern soll damit zur Modellregion für Elektromobilität werden.
+++ Melde dich jetzt für unseren WhatsApp-Newsticker an und erhalte die wichtigsten Nachrichten direkt auf dein Handy! – Hier klicken und abonnieren +++
Zwei weitere Unternehmen erhalten Zuschläge
Die Vattenfall Smarter Living GmbH aus Berlin wird 75 öffentliche E‑Tankstellen mit über 250 Ladepunkten in der Gemeinde Seevetal sowie den Samtgemeinden Jesteburg und Hanstedt errichten. Der Bau soll bereits in diesem Jahr starten und 2027 abgeschlossen werden. Dieses zweite Los stellt den größten Anteil an Ladepunkten dar.
In den Gemeinden Rosengarten, Neu Wulmstorf und Hollenstedt baut die Qwello Deutschland GmbH aus Frankfurt am Main die öffentliche Ladeinfrastruktur weiter aus. An 65 Standorten sollen dort rund 230 Ladepunkte fertiggestellt werden. Insgesamt entstehen in drei Ausbaugebieten über den Landkreis verteilt Stationen mit Schnell- und Normalladetechnik.
Der Landkreis und die Kommunen hatten gemeinsam mit der Niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr im Jahr 2024 eine detaillierte Bedarfs- und Standortanalyse vorgenommen. Dabei entstand eine Prioritätenliste mit einem Fahrplan für die Umsetzungsreihenfolge sowie der richtigen Mischung zwischen wohnortnaher Versorgung und Schnellladen entlang wichtiger Verkehrsachsen. Seit 2025 unterstützt das Berliner Beratungsunternehmen für nachhaltige Mobilität M3E bei der Ausschreibung und der Baukoordination.
Klimaneutralität bis 2040 als Ziel
Das Harburger Modell ist ein wichtiger Baustein für das Ziel des Landkreises Harburg, bis 2040 klimaneutral zu werden. Dazu haben sich die Städte und Gemeinden in der Klimaschutz-Charta auf eine enge Zusammenarbeit verständigt.
Mit den beiden Städten Buchholz in der Nordheide und Winsen (Luhe) stehen die Partner des Harburger Modells bei der Planung in engem Austausch. Beide Städte verfügen durch die Aktivitäten der kommunalen Stadtwerke bereits über ein breites Angebot an Ladeinfrastruktur. Auch die Samtgemeinde Tostedt, für deren Gemeindegebiet dutzende Standorte identifiziert wurden, geht bei der Umsetzung eigene Wege.
Bislang sind im gesamten Landkreis 142 öffentlich zugängliche Standorte mit insgesamt 464 Ladepunkten vorhanden. Die Nennleistung der bestehenden Ladeinfrastruktur beläuft sich auf 29.269 Kilowatt. Mehr Informationen zum Harburger Modell und der Verteilung der einzelnen Standorte gibt es unter www.energiewegweiser.de/harburgermodell. (dh)
Politische Werbung








