Historischer Händedruck in Polen: Delegation aus dem Landkreis Harburg besiegelt Partnerschaft

Die Harburger Delegation besiegelte im Piastenschloss in Wołów die Wiederaufnahme der Partnerschaft mit dem polnischen Powiat Wołówski. Foto: Landkreis Harburg
Die Harburger Delegation besiegelte im Piastenschloss in Wołów die Wiederaufnahme der Partnerschaft mit dem polnischen Powiat Wołówski. Foto: Landkreis Harburg

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Stelle/Landkreis Harburg. Ein herzlicher Händedruck, langer Applaus und spürbare Freude auf beiden Seiten: Im ehrwürdigen Piastenschloss in Wołów, dem Sitz des polnischen Landratsamtes, besiegelten der Landkreis Harburg und das Powiat Wołówski die Wiederaufnahme ihrer Partnerschaft. Die Kooperation, die beide Regionen im Herzen Europas seit mehr als zwei Jahrzehnten verbindet, soll mit neuem Leben erfüllt werden. Eine Delegation mit Erstem Kreisrat Josef Nießen, Kreistagsvorsitzendem Rudolf Meyer, Bildungsmanagerin Andrea Paschke sowie Kulturmanagerin Marie-Nathalie Schrötke kehrte kürzlich von dem viertägigen Besuch im polnischen Partnerlandkreis zurück.

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Höhepunkte der Reise waren die feierliche Unterzeichnung der Urkunde zur Stärkung der Partnerschaft sowie ein Festakt im Kloster Lubiaz. Gemeinsam mit Landrat Jan Janas und Rafal Zajac, dem Vorsitzenden des Kreistages des Powiat Wołówski, bekräftigten Nießen und Meyer den Willen, die seit 2003 bestehende Verbindung künftig wieder aktiver zu gestalten und weiterzuentwickeln. Die Freude darüber war während des gesamten Besuchs spürbar, sowohl bei den offiziellen Gesprächen als auch bei den Begegnungen mit Bürgerinnen und Bürgern, Vereinen und Institutionen.

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Landrat Rainer Rempe, der seinem polnischen Amtskollegen herzliche Grüße ausrichten ließ, sprach die Einladung für einen Gegenbesuch einer polnischen Delegation im Landkreis Harburg im kommenden Jahr aus. „Gerade in einer Zeit, in der Europa vor großen Herausforderungen steht und vor dem Hintergrund des russischen Krieges in der Ukraine sind solche vertrauensvollen Partnerschaften wichtiger denn je”, sagt Rempe. Die Intensivierung der Zusammenarbeit mit dem Powiat Wołówski sei ein starkes Signal für Zusammenhalt, Verständigung und ein gemeinsames Europa, das von seinen Regionen und Kommunen getragen werde, sagt er.

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Austausch mit europäischen Partnern

Während ihres Aufenthalts nahm die Delegation an den offiziellen Feierlichkeiten der Partnerschaftstage im Kloster Lubiąż teil und führte Gespräche mit Vertretern von Kreistag und Verwaltung des Landkreises Wohlau. Zudem war sie Gast bei den Feierlichkeiten zum 30-jährigen Bestehen der Städtepartnerschaft zwischen Wołów und Buchholz in der Nordheide. Ebenfalls anwesend waren Vertreter von Partnerstädten aus mehreren Ländern Europas, unter anderem auch aus der Ukraine. Dabei wurde deutlich, wie eng die deutsch-polnischen Beziehungen auf kommunaler Ebene bereits gewachsen sind und welches Potenzial in einer vertieften Zusammenarbeit liegt.

Im Mittelpunkt der Gespräche stand der gemeinsame Wille, insbesondere neue Projekte in den Bereichen Bildung, Kultur und gesellschaftlicher Austausch zu initiieren. Künftig sollen vor allem Begegnungen zwischen jungen Menschen sowie Kontakte zwischen Seniorinnen und Senioren beider Regionen gefördert werden. Geplant sind unter anderem Austauschprogramme, gemeinsame Bildungsprojekte und gegenseitige Besuche. „Lassen Sie uns weiter gemeinsam Brücken bauen”, sagt Nießen mit Blick auf die erneuerte Partnerschaft. Partnerschaft lebe von persönlichen Begegnungen, sagt er. Europa entstehe nicht allein durch Verträge und politische Beschlüsse, sondern vor allem dort, wo Menschen miteinander ins Gespräch kommen, voneinander lernen und Freundschaften entstehen. „Genau das haben wir in Wołów erlebt. Die große Offenheit und die Gastfreundschaft haben uns tief beeindruckt”, sagt Nießen.

Rempe und Nießen sehen in der Zusammenarbeit Chancen für beide Seiten. Viele Themen, die den Landkreis Harburg beschäftigen, bewegten auch die Partner in Polen, von Bildung und Fachkräftesicherung über den Klima- und Katastrophenschutz bis hin zur Erziehungsberatung, sagen sie. Der Austausch über Ländergrenzen hinweg eröffne neue Perspektiven und helfe, voneinander zu lernen.

Auch Meyer zog ein positives Fazit des Besuchs. „Die große Herzlichkeit, mit der wir in Wołów empfangen wurden, hat deutlich gemacht, dass unsere Partnerschaft lebendig ist und nicht nur auf dem Papier besteht. Als Kreistag ist es uns ein wichtiges Anliegen, dieses Miteinander weiterzuentwickeln und neue Begegnungen zwischen den Menschen unserer beiden Regionen zu ermöglichen”, sagt er. Mit der Unterzeichnung der Partnerschaftsurkunde beginnt nun ein neues Kapitel der Zusammenarbeit, das 2027 fortgeschrieben werden soll. Beide Landkreise wollen die Kontakte zwischen Politik, Verwaltung und Zivilgesellschaft intensivieren und die Partnerschaft insbesondere für junge Menschen erlebbar machen. (dh)

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