Mentoring-Programm macht Frauen Mut zur Kommunalpolitik

Eine erfolgreiche Bilanz von „Frau.Macht.Demokratie“ ziehen die Teilnehmerinnen bei ihrer Abschlussfahrt zum Landtag in Hannover. Foto: Landkreis Harburg
Eine erfolgreiche Bilanz von „Frau.Macht.Demokratie“ ziehen die Teilnehmerinnen bei ihrer Abschlussfahrt zum Landtag in Hannover. Foto: Landkreis Harburg

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Stelle/Landkreis Harburg. Mit einem Besuch im Landtag in Hannover hat die Gruppe des Mentoring-Programms Frau.Macht.Demokratie ihre gemeinsame Zeit abgeschlossen. Ein Jahr lang hatten erfahrene Kommunalpolitikerinnen und Kommunalpolitiker 25 politikinteressierte Frauen im Landkreis Harburg begleitet, ihnen Einblicke in ihre Arbeit gegeben und Wege geebnet. Der Landkreis Harburg war mit insgesamt 23 Tandems nach der Region Hannover der Standort mit den meisten Teilnehmerinnen.

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Seit 100 Jahren dürfen Frauen in Deutschland wählen und gewählt werden. Dennoch sind Frauen in der Politik nach wie vor unterrepräsentiert. Nur etwa jedes dritte kommunale Mandat wird von einer Frau ausgefüllt. Das Niedersächsische Ministerium für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung hatte das Mentoring-Programm initiiert, um mit Blick auf die Kommunalwahl mehr Frauen für politische Ämter zu gewinnen. Im Januar 2025 war der Landkreis Harburg in das Mentoringjahr gestartet.

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Die Begeisterung der Teilnehmerinnen war so groß, dass das Netzwerk auch nach dem offiziellen Ende des Programms weiter bestand. Die Frauen trafen sich weiter und nahmen an Workshops teil. Die Themen: Motivation, Selbstvertrauen und Selbstwirksamkeit – ein starkes Trio für einen starken Auftritt sowie Klar auftreten, wirksam argumentieren und eigene Themen voranbringen. Den Abschluss bildete die gemeinsame Fahrt nach Hannover.

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Frauen wollen Verantwortung übernehmen

Andrea Schrag, Gleichstellungsbeauftragte des Landkreises Harburg, zieht eine positive Bilanz. Das Programm habe deutlich gezeigt, dass Frauen mitreden und mitbestimmen wollen, sagt sie. Frauen würden Verantwortung übernehmen und die Zukunft der Demokratie mitgestalten wollen. Immer wieder stelle sie fest, dass sich Frauen zwar vielfältig engagieren, aber in der Politik haben wir großen Nachholbedarf, sagt Schrag. Ein höherer Frauenanteil in den Parteien und Parlamenten könne die Debatten- und Entscheidungskultur positiv voranbringen.

Einige der Teilnehmerinnen wollen in der neuen Legislaturperiode in den Kommunalparlamenten aktiv mitarbeiten. Manche wagen den Schritt in die Politik und kandidieren, andere engagieren sich auf andere Weise politisch oder gesellschaftlich. Für einige passt eine Kandidatur derzeit noch nicht zur persönlichen Lebenssituation. Der Einblick in die kommunalpolitische Arbeit und die neu geknüpften Kontakte seien jedoch für alle ein großer Gewinn gewesen, berichtet die Gleichstellungsbeauftragte.

Ich wünsche allen Mentees, dass sie den Mut, die Erfahrungen und die neuen Netzwerke aus diesem Mentoringjahr mitnehmen und ihren eigenen Weg in Politik und Gesellschaft selbstbewusst weitergehen, sagt Schrag. Demokratie lebe von Menschen, die sich einbringen, und genau dazu habe dieses Programm einen wichtigen Beitrag geleistet.

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Teilnehmerinnen zeigen sich begeistert

Es ist etwas entstanden, was ich im Vorhinein nie für möglich gehalten hätte, sagt eine Teilnehmerin. Eine andere Frau berichtet: Ich bin traurig, dass es jetzt vorbei ist. Beim nächsten Mal bin ich auf jeden Fall als Mentorin dabei. Auch die Mentorinnen und Mentoren ziehen eine positive Bilanz. Mentorin zu sein bedeutet immer viel Arbeit, berichtet eine Mentorin. Sie sei schon mehrere Jahre dabei, und jede Mentee sei anders. Genau das mache es jedes Mal wieder spannend und zu einer neuen Herausforderung.

Andrea Schrag dankt allen, die das Mentoringprogramm mit ihrem persönlichen Einsatz unterstützt haben. Das gelte für die Mentorinnen und Mentoren ebenso wie für die Gleichstellungsbeauftragten, die Kooperationspartnerinnen und Kooperationspartner sowie die vielen Menschen aus Politik und Verwaltung, die ihre Erfahrungen geteilt, Einblicke ermöglicht und ihre Netzwerke geöffnet haben. Dieses gemeinsame Engagement habe das Programm weit über die eigentliche Mentoringphase hinaus bereichert.

Niedersachsens Sozialminister Dr. Andreas Philippi hat bereits einen weiteren Durchgang des Mentoringprogramms angekündigt. Das sei ein wichtiges Signal, sagt Schrag. Demokratie lebe von unterschiedlichen Perspektiven. Deshalb ist es wichtig, auch künftig gute Rahmenbedingungen zu schaffen, damit sich mehr Frauen selbstverständlich politisch einbringen und Verantwortung übernehmen können, sagt die Gleichstellungsbeauftragte. (dh)

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