Stelle. Viele Menschen haben Angst, im Notfall etwas falsch zu machen. Doch anlässlich des internationalen Tags der Ersten Hilfe am Samstag, 12. September, stellen die Johanniter im Landkreis Harburg klar: Wer gar nichts tut, begeht den größten Fehler. „Dabei kann nur derjenige etwas falsch machen, der gar nichts tut”, sagt Michaela Hönig, Erste-Hilfe-Trainerin bei den Johannitern.
Das Thema Erste Hilfe ist vielfältig. Genauso vielfältig sind die Mythen und Irrtümer, die im Notfall zu Fehlverhalten führen können. Die Johanniter räumen mit den häufigsten Vorurteilen auf und erklären, worauf es wirklich ankommt.
Ein weit verbreiteter Irrglaube: Die Person darf am Unfallort nicht bewegt werden. Das stimmt nicht. Für die Wiederbelebung muss die Person in Rückenlage auf einem festen Untergrund liegen. Ist dies nicht gegeben, muss sie dorthin bewegt werden. Bestehen bei einem Unfall Gefahren durch äußere Umstände und ist eine Rettung der betroffenen Person durch die Ersthelfenden gefahrlos möglich, sollte diese auch erfolgen, beispielsweise mit dem Rautek-Rettungsgriff.
Helm abnehmen oder nicht?
Auch beim Thema Motorradhelm herrscht Unsicherheit. Viele glauben, der Helm dürfe bei einem Unfall nicht abgenommen werden. Doch das Gegenteil ist der Fall: Der Helm muss bei Bewusstlosen abgenommen werden, um die Atmung zu überprüfen. Die Entscheidung, ob reanimiert wird, trifft man je nach Ergebnis der Atemkontrolle. Dafür muss der Helm runter. Außerdem können Menschen im Helm ersticken.
Beim Einsatz eines Defibrillators befürchten viele, versehentlich jemanden verletzen zu können. Das ist jedoch unwahrscheinlich. Die Defibrillatoren entscheiden selbstständig, ob die Ersthelfenden einen Schock auslösen können oder nicht. Eine Schockabgabe durch Helfende ohne medizinische Notwendigkeit ist ausgeschlossen.
Keine Angst vor rechtlichen Folgen
Die Sorge, sich bei Fehlern strafbar zu machen, hält viele Menschen davon ab zu helfen. Doch bei der Leistung der Ersten Hilfe macht man sich nicht strafbar, auch nicht bei Körperverletzungen wie einem Rippenbruch bei der Wiederbelebung. Wichtig ist, den Notruf 112 abzusetzen und Anweisungen zu befolgen. Nur bei grober Fahrlässigkeit oder Vorsatz sieht die Lage anders aus.
Wer sein Wissen auffrischen oder einen Erste-Hilfe-Kurs absolvieren möchte, kann sich online unter www.johanniter.de/erstehilfe anmelden. (dh)








