Wohnungsnot und hohe Mieten treffen Azubis und Rentner im Landkreis Harburg

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Stelle/Landkreis Harburg. Junge Auszubildende und ältere Menschen gehören zu den Verlierern auf dem Wohnungsmarkt. Etliche der rund 2.620 Azubis im Landkreis Harburg wohnen noch bei ihren Eltern. Und das nicht immer freiwillig. Denn eine eigene Wohnung können sie sich oft nicht leisten, sagt Achim Bartels von der Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU).

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Das zeigt der aktuelle Soziale Wohn-Monitor vom Pestel-Institut, den die Gewerkschaft mit in Auftrag gegeben hat. Tragisch sei es, wenn ein Ausbildungsvertrag nicht zustande kommt, weil das Wohnen zu teuer ist, sagt Bartels. Etwa dann, wenn Jugendliche weder eine Wohnung noch ein WG-Zimmer in der Nähe des Ausbildungsbetriebs bezahlen können. Wenn Ausbildungsverträge am Wohnungsmangel und an zu hohen Mieten scheitern, dann ist das Maß voll, warnt der Bezirksvorsitzende der IG BAU Hamburg. Das kann sich die heimische Wirtschaft nicht erlauben.

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Rentner droht Armut durch hohe Mieten

Darüber hinaus warnt die IG BAU vor Wohnarmut im Alter. Sie hat dabei die geburtenstarken Jahrgänge im Blick: rund 36.300 Baby-Boomer im Landkreis Harburg, die nach Berechnungen des Pestel-Instituts bis 2035 komplett in Rente sein werden. Viele der Baby-Boomer im Kreis Harburg bekommen nur eine niedrige Rente, sagt Bartels. Denn sie haben oft Phasen von Arbeitslosigkeit hinter sich. Außerdem haben sie ganz häufig auch für niedrige Löhne gearbeitet. Wenn die Baby-Boomer in den nächsten Jahren in Rente gehen, werden etliche sich ihre bisherige Wohnung kaum oder gar nicht mehr leisten können. Sie wohnen sich regelrecht arm, sagt Bartels.

Mieten kennen seit Jahren nur eine Richtung: nach oben, kritisiert der Gewerkschafter. Das muss sich ändern. Nur mehr günstiger Wohnraum sorgt für Druck auf die Mieten am Markt, sagt Bartels. Der Neubau von Sozialwohnungen muss zur politischen Herzenssache und zur Sache der politischen Vernunft werden.Der Soziale Wohn-Monitor nennt eine erste Zielmarke: die Verdopplung von derzeit 1 auf 2 Millionen Sozialwohnungen bundesweit bis zur Mitte des nächsten Jahrzehnts.

Für Niedersachsen bedeutet das: Bis 2035 muss es in ganz Niedersachsen 168.500 Sozialwohnungen geben, sagt Bartels. Das sind 14.900 zusätzliche Sozialwohnungen pro Jahr. Um diese Zielmarke zu erreichen, sei eine intensive Förderung durch Bund und Land notwendig. Die Fördergelder des Bundes müssen dabei schon gleich zum Baubeginn bereitstehen, fordert Bartels. Ein wichtiger Punkt seien auch die Baukosten: Der Regelstandard Erleichtertes Bauen biete eine ideale Lösung. Es geht darum, einfacher zu bauen und damit fürs gleiche Geld mehr Sozialwohnungen bauen zu können, sagt Bartels. Und das trotzdem in guter Qualität, mit niedrigen Instandhaltungskosten. (dh)

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