
Stelle. Am Mittwoch, 1. April, beginnt in Niedersachsen die Brut- und Setzzeit. Bis zum 15. Juli gilt dann die Anleinpflicht für Hunde in Wald und Flur. Die Jägerschaft des Landkreises Harburg appelliert eindringlich an alle Hundebesitzer, ihre Tiere konsequent an der kurzen Leine zu führen.
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Schon kleine Störungen können das Leben des Wildtiernachwuchses gefährden. Eine Ricke bleibt von ihrem Kitz fern, wenn sie sich bedroht fühlt. Erfolgt eine solche Störung durch einen freilaufenden Hund alle zehn Minuten, hat das Muttertier keine Chance, sein Junges zu versorgen. Unter diesen Bedingungen kann ein Kitz schnell verdursten oder unterkühlen. Deshalb ist es wichtig, auch kleine Hunde an einer kurzen Leine zu halten.
Im Landkreis Harburg leben einige seltene Vogelarten, darunter das Birkwild, das Wappentier der Lüneburger Heide. Von diesem bodenbrütenden Vogel, der sehr sensibel auf Umwelteinflüsse reagiert, gibt es nur noch wenige Brutpaare. Niedersachsen verfügt mit einer Restpopulation von nur noch wenigen Birkhühnern in der Lüneburger Heide über eines der letzten ursprünglichen Vorkommen in Mitteleuropa. Werden durch Unachtsamkeit oder Ignoranz Nester zerstört, ist der Nachwuchs für ein komplettes Jahr vernichtet. Die Jägerschaft bittet daher eindringlich: Bleiben Sie mit Rad, Hund und zu Fuß auf den Wegen. In Bereichen der Landschafts- oder Naturschutzgebiete gilt die Leinenpflicht sogar ganzjährig.
Seltenes Birkwild besonders gefährdet
Hundehalter haben noch einen weiteren Grund, ihre Schützlinge im Wald anzuleinen. Ab Ende April kommen die ersten Wolfswelpen zur Welt. Die Wölfe reagieren empfindlich und verteidigen ihre Welpen, wenn ein Hund durch ihr Territorium streift. Der Landkreis Harburg ist flächendeckend vom Wolf besiedelt. Informationen zum Wolf finden Interessierte unter www.wolfsmonitoring.com. Die Jägerschaft bittet zudem, keine Jungtiere zu berühren. Wer unsicher ist, ob Wildtiere Hilfe benötigen, soll den zuständigen Jagdpächter informieren, der bei Bedarf mit Wildauffangstationen zusammenarbeitet.
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Eine besondere Bitte richtet die Jägerschaft an die Autofahrer. Im vergangenen Jahr kamen im Landkreis Harburg mehr als 1.200 Rehe bei Wildunfällen ums Leben, das sind mehr als drei Tiere täglich. Viele Unfallfahrer melden diese Vorfälle nicht. Gerade im Frühjahr verunfallt oft weibliches Wild, sodass Jungtiere in den Revieren zurückbleiben und zugrunde gehen. Werden Wildunfälle der Polizei gemeldet, informiert diese den zuständigen Jäger. Dieser kann erkennen, ob das Tier Nachwuchs hat, und die Kitzretter alarmieren. Diese spüren die Jungtiere mit Hilfe von Drohnen auf und übergeben sie einer Wildauffangstation. Durch die Zeitumstellung auf die Sommerzeit erhöht sich das Risiko für Wildunfälle. Wildtiere folgen ihrer inneren Uhr, die keine Zeitumstellung kennt. Wenn der Morgen- und Pendlerverkehr plötzlich eine Stunde früher einsetzt, fällt er genau in jene Phase, in der viele Tiere noch besonders aktiv sind. Der Appell der Jägerschaft ist klar: Im Morgenverkehr das Tempo reduzieren, vorausschauend fahren und Straßenränder sowie bewachsene Bereiche besonders aufmerksam beobachten. Die Jägerschaft bedankt sich im Voraus herzlich bei allen Hundebesitzern, die ihre Hunde an der Leine führen. (tj)






