Stelle/Winsen (Luhe)/Landkreis Harburg. Rund 85 Prozent aller Pflegebedürftigen in Deutschland werden im häuslichen Umfeld versorgt, meist durch Familienmitglieder. Um Pflegebedürftige und ihre Angehörigen zu unterstützen, bietet der Landkreis Harburg am Dienstag, 6. Oktober, einen Aktionstag an. Die Veranstaltung findet im Rahmen der Woche der pflegenden Angehörigen ab 15 Uhr im Kreishaus B, Schloßplatz 6 in Winsen, statt.
„Wer seine Angehörige pflegt, hat oft viele Fragen und dazu wollen wir Antworten bieten”, sagt Isabella Kruppa vom Senioren- und PflegeStützpunkt des Landkreises. Gleichzeitig wolle man mit dem Aktionstag das oft unsichtbare und unschätzbar wichtige Engagement der pflegenden Angehörigen würdigen. „Dieses Engagement ist für viele Menschen die Voraussetzung dafür, möglichst lange selbstbestimmt leben zu können”, sagt Kruppa.
Bereits beim Tag der pflegenden Angehörigen vor einem Jahr verzeichnete der Landkreis eine große Resonanz zu den Themen Pflege und Vorsorge. Diesmal geht es nicht nur um diese Bereiche, ein weiterer Schwerpunkt liegt auf End-of-life-care. Dazu gehört insbesondere die pflegerische Versorgung und die rechtliche und persönliche Vorausplanung in der letzten Lebensphase.
Vorträge und Beratung vor Ort
So gibt es Vorträge über die Leistungen der Pflegeversicherung, das Palliativnetzwerk im Palliativzentrum St. Marianus Bardowick und zur Bestattungsvorsorge. Mit Kooperationspartnern, Ausstellern und Referenten berät der Landkreis vor Ort. Infostände des Senioren- und PflegeStützpunkts, wir pflegen Niedersachsen, der Kreisseniorenbeirat, die Betreuungsstelle Landkreis Harburg unter anderem mit Beratung zur Vorsorgevollmacht, die AOK und die Ergänzende Unabhängige Teilhabeberatung EUTB sind vertreten.
Auch der Ambulante Hospizdienst und die ehrenamtlichen Wohnberater des Senioren- und PflegeStützpunkts bieten vertiefende Gespräche an. Ein zusätzlicher Service: Ab 19 Uhr kann man seine bereits erstellte Vorsorgevollmacht gegen eine Gebühr von zehn Euro beglaubigen lassen. Termine dazu können bei Isabella Kruppa telefonisch unter 04171–693445 oder per E‑Mail an spn@landkreis-harburg.de vereinbart werden.
Die Zahl der Pflegebedürftigen steigt angesichts der demografischen Entwicklung kontinuierlich. Doch mit zunehmendem Alter steigt das Risiko schwerer Erkrankungen oder einer Pflegebedürftigkeit. Bundesweit werden rund 4,9 Millionen Menschen zu Hause versorgt. Für die Zahl der pflegenden Angehörigen gibt es nur Schätzungen, eine davon liegt bei 7,1 Millionen.
Mehr als 7.600 Menschen werden zu Hause gepflegt
Im Landkreis Harburg gibt es mehr als 14.173 Pflegebedürftige, knapp 5,5 Prozent der Bevölkerung. Tendenz steigend. Mehr als die Hälfte, nämlich 7676 Menschen, werden von pflegenden Angehörigen betreut. Nicht selten entwickelt sich eine Pflegesituation schrittweise, und aus gelegentlicher Unterstützung wird mit der Zeit eine umfassende Verantwortung.
Das verändert auch den Alltag der pflegenden Angehörigen. Beruf, Familie, Freizeit und die eigenen Bedürfnisse müssen neu organisiert werden. Um all das bewältigen zu können, brauchen pflegende Angehörige verlässliche Informationen, gute Beratung und erreichbare Unterstützungs- und Entlastungsangebote.
„Tragfähige Unterstützungsnetzwerke können dazu beitragen, Pflege langfristig gut zu gestalten”, sagt Isabella Kruppa. Der Aktionstag soll daher insbesondere Möglichkeiten und Hilfen im Landkreis Harburg aufzeigen. (dh)








