HPV-Impfung in Winsen: Mehr Jungen als Mädchen beim Aktionstag

Dörthe Erdmann impft den 14-jährige Maximilian unter den Blicken seines Bruders Bastian, Kreisrätin Ana Cristina Bröcking und Landrat Rainer Rempe. Foto: Landkreis Harburg
Dörthe Erdmann impft den 14-jährige Maximilian unter den Blicken seines Bruders Bastian, Kreisrätin Ana Cristina Bröcking und Landrat Rainer Rempe. Foto: Landkreis Harburg

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Stelle/Winsen (Luhe). Für Maximilian und Bastian war die Entscheidung klar: Die HPV-Impfung im Gesundheitsamt des Landkreises Harburg nehmen die beiden Brüder wahr. Das ist eine Chance für mehr Sicherheit, sagt der 14-Jährige. Der 17-jährige Bastian nickt zustimmend. Das ist ein wichtiger Schutz gegen Krebs, ergänzt er.

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So wie die beiden dachten zahlreiche Jugendliche am Dienstag, 2. Juni, beim ersten von zwei Impfterminen gegen Humane Papillomviren. Juliane Thoms, Präventionsbeauftragte des Gesundheitsamtes, zeigt sich zufrieden. Wir hatten eine gute Resonanz und auch mehrere Jugendliche, die spontan gekommen sind, sagt sie. Und alle sind mit einem Lächeln rausgegangen.Besonders auffällig war die Geschlechterverteilung beim ersten Termin. Wir hatten wesentlich mehr Jungen, die gekommen sind, berichtet Thoms. Obwohl die meisten Menschen zu Unrecht denken, dass sich vor allem Mädchen impfen lassen müssen. Aber die Impfung ist für alle wichtig, betont die Präventionsbeauftragte.

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Im Rahmen des HPV-Aktionsmonats unter dem Motto Impfung und Ipanema – Pieks holen, Mocktail trinken, Geschützt sein gibt es am Dienstag, 23. Juni, eine zweite Möglichkeit für den kleinen Pieks gegen Krebs. Im Gesundheitsamt Winsen werden von 14 bis 17 Uhr weitere HPV-Impfungen für Jugendliche im Alter von 9 bis 17 Jahren angeboten. In lockerem Rahmen, als Treffpunkt mit alkoholfreien Cocktails. Wir haben dafür schon einige Anmeldungen, es gibt aber noch freie Impfmöglichkeiten, sagt Thoms.

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Nicht einmal jeder zweite Jugendliche vollständig geimpft

Infektionen mit Humanen Papillomviren gehören weltweit zu den häufigsten sexuell übertragbaren Infektionen. Oft bleiben sie unbemerkt, bestimmte Virustypen erhöhen jedoch das Risiko für einige Krebsarten. Umso wichtiger ist eine frühzeitige Impfung. Doch die wird viel zu oft nicht wahrgenommen. Nicht einmal jeder zweite Jugendliche im Landkreis Harburg ist vollständig gegen HPV geimpft. Wir wollen mit den Aktionstagen die Impfquote erhöhen und sensibilisieren, sagt Amtsärztin Astrid Schwemin.

Humane Papillomviren sind so verbreitet, dass sich die meisten Frauen und Männer im Laufe ihres Lebens anstecken. Übertragen werden die Viren hauptsächlich beim Geschlechtsverkehr. Oft heilt die HPV-Infektion unbemerkt und ohne Behandlung aus. Allerdings gibt es auch HPV-Infektionen, die zu Krebserkrankungen wie Gebärmutterhalskrebs oder zu Genitalwarzen führen. In Deutschland erkranken jährlich etwa 7.450 Frauen und rund 3.000 Männer an Krebs durch HPV.

Die HPV-Impfung als zuverlässiger Schutz vor HPV-bedingten Krebsarten und deren Vorstufen ist für Mädchen und Jungen im Alter von 9 bis 14 Jahren empfohlen. Es gilt: Je früher desto besser, sagt Thoms. Der Schutz ist am höchsten, wenn die Impfung vor dem ersten möglichen Kontakt mit dem Virus erfolgt. Sie ist aber auch später noch möglich, betont die Präventionsbeauftragte.

Die Kinder und Jugendlichen müssen von einem Elternteil begleitet werden. Die Folge- und Auffrischungsimpfungen können anschließend in der betreuenden Praxis des Jugendlichen vorgenommen werden. Alternativ gibt es auch die Impfoption bei einer Kinder- und Jugendarztpraxis. Jugendliche bis 14 Jahren benötigen nach sechs Monaten eine zweite Impfung zum vollständigen Schutz, ab 15 Jahren sind drei Impfungen erforderlich. Der zweite Impftermin findet im Gesundheitsamt, Kreishaus A, Schloßplatz 6 in Winsen, statt. Anmeldungen sind telefonisch unter der Rufnummer 04171–693372 möglich. (dh)

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