Neues Verfahren rettet Leben bei Lungenembolie

Das Team um Oberärztin Dr. Friederike Niehaus, den Ltd. Oberarzt Dr. Daniel Hausmann (r.) und Chefarzt Dr. Klaus Hertting (l.) der Kardiologie in den Krankenhäusern Buchholz und Winsen bietet ein neues Verfahren bei Lungenembolie an. Foto: Krankenhäuser Buchholz-Winsen
Das Team um Oberärztin Dr. Friederike Niehaus, den Ltd. Oberarzt Dr. Daniel Hausmann (r.) und Chefarzt Dr. Klaus Hertting (l.) der Kardiologie in den Krankenhäusern Buchholz und Winsen bietet ein neues Verfahren bei Lungenembolie an. Foto: Krankenhäuser Buchholz-Winsen

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Stelle/Winsen (Luhe)/Buchholz in der Nordheide. Bei einer Lungenembolie verstopfen Blutgerinnsel die Gefäße der Lunge. Das Herz wird stark belastet, im schlimmsten Fall droht ein Kreislaufversagen. Für solche Notfälle bieten die Krankenhäuser Buchholz und Winsen seit Kurzem ein hochspezialisiertes Verfahren an: die Thrombektomie. Mit dieser Methode können Ärzte Blutgerinnsel direkt aus der Lunge absaugen.

Bislang standen Medizinern vor allem zwei Behandlungswege zur Verfügung: die Gabe von gerinnungshemmenden Medikamenten oder eine Lysetherapie, die das Gerinnsel chemisch auflöst. Die Lysetherapie birgt jedoch bei manchen Patienten Risiken und kommt deshalb nicht immer infrage. Zudem erfordern medikamentöse Verfahren manchmal eine lange Liegezeit der Patienten, die nicht in jedem Fall umsetzbar ist. In solchen Fällen wurden Betroffene in der Vergangenheit zur Behandlung verlegt.

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In Risikosituationen steht seit Anfang 2025 im Krankenhaus Buchholz und seit 2026 auch in Winsen eine Alternative zur Verfügung: die mechanische Thrombektomie. Über eine Vene in der Leiste können Spezialisten mit einem Katheter das Gerinnsel direkt in der Lungenarterie entfernen. Das Gefäß ist umgehend wieder frei, das Herz wird entlastet und das Blut kann wieder ungehindert fließen.

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Katheter entfernt Gerinnsel direkt

„Mit dieser Methode können wir bei bestimmten Patienten nach entsprechender Risikobeurteilung im Lungenembolie-Team das Gerinnsel gezielt und rasch entfernen, ohne das Herz-Kreislauf-System unnötig zu belasten oder hohe Blutungsrisiken durch Medikamente einzugehen”, sagt Dr. Friederike Niehaus, Oberärztin der Kardiologie. Sie hatte mit diesem Verfahren bereits vor ihrem Antritt im Krankenhaus Buchholz Erfahrung gesammelt und initiierte dessen Einführung im vergangenen Jahr in den Krankenhäusern des Landkreises.

Die ersten Behandlungen zeigen den Bedarf der Methode: Knapp 20 Patienten konnten seither bereits erfolgreich behandelt werden, darunter viele Fälle mit beidseitiger Lungenarterienembolie. „Selbst in akuten Notfallsituationen mit zusätzlicher Notwendigkeit einer externen Herz-Lungen-Unterstützung kam das Verfahren schon zum Einsatz”, sagt Dr. Daniel Hausmann, Leitender Oberarzt der Kardiologie.

Zeitgewinn für Betroffene

Dass diese hochspezialisierte Behandlung inzwischen direkt im Landkreis möglich ist, bedeutet für Betroffene einen wertvollen Zeitgewinn. Eine Verlegung in entfernte Zentren oder Universitätskliniken ist in vielen Fällen nicht mehr nötig. „Die Einführung dieses innovativen Verfahrens ist ein wichtiger Meilenstein für unsere Kardiologie und ein echter Mehrwert für die Menschen in der Region”, sagt Dr. Klaus Hertting, Chefarzt der Kardiologie und Angiologie an den Krankenhäusern Buchholz und Winsen. Mit dieser schonenden Eingriffsmethode schließen die Krankenhäuser eine Lücke in der Versorgung schwerer Lungenembolien und bieten Patienten modernste Notfallmedizin direkt vor Ort. (dh)

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